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Es sind durchaus weitere Stunden mit vergnüglichem Zeitvertreib einzuplanen, beispielsweise um die Inseln der Lagune zu besichtigen.
Murano ist seit dem Mittelalter bekannt für die Glasherstellung. Dem modernen, internationalen Handel sind mittlerweile die billigeren Glaswaren (vermutlich aus Fernost) zu verdanken. Eigentlich ist das der Gipfel! Man lasse sich nicht übers Ohr hauen, denn der Unterschied ist kaum zu erkennen, man merkt es nur am Preis. Die Auswahl ist groß. Man findet alles, von feinen, geschwefelten Weingläsern, über die Blumenvase bis hin zu lustigen Figürchen, die dann unweigerlich irgendwann in der hintersten Schublade landen. Die Fantasie der Glasbläser hat keine Grenzen. In der Glasbläserei Fornace Artigiana „Aidogi“ kann den Arbeitern in Shorts zugesehen werden.

Doch nicht nur Glas ist in Murano interessant. Entlang der kleinen Kanäle des liebenswerten Städtchens zu bummeln lohnt sich. Sehenswert sind einige alte Paläste, romantische Brücken und die großartige, ockerfarbene Backsteinbasilika Santa Maria e Donato aus dem 12. Jh. Verweilen sollte man auch ein wenig im bezaubernden Palais Giustiniani. Im dort untergebrachten Glasereimuseum ist alles über die Glasherstellung, die Geschichte und die Entwicklung dieser ganz eigenen Kunst zu erfahren.

Burano mit den bunten Häuschen, die sich in winzigen Kanälen widerspiegeln, scheint ganz der Palette eines verrückten Malers zu entstammen. Sie sind bunt wie eine Schale voller Sommerobst: Aprikosen, Kirschen, Heidelbeeren, Zitronen, Orangen und grüne Äpfel. Abends spielen die Kinder in der Hauptstraße mit den fast flämisch wirkenden Fassaden. Beim Flanieren geht man gerne in eine der verlockenden Konditoreien, oder betritt die Läden mit den für Burano bekannten Spitzenwaren.

San Francisco del Deserto gleicht bei Einbruch der Dunkelheit durch Hunderte von Zypressen einer abgeschiedenen grünen Burg. Die dunklen Bäume wachen über das Kloster, wo angeblich im Jahre 1220 der Heilige Franziskus von Assisi bei seiner Rückkehr aus dem Orient verweilte.
Das während dem Einfall der Barbaren 638 von den Bewohnern des nahegelegenen Ortes Altino gegründete Torcello war einst eine Hochburg der Wollverarbeitung. Auf diesem Inselchen steht die erste, im 9. Jh. in der Lagune erbaute Kirche. Über dem Eingang der Kathedrale Santa Maria Assunta befindet sich ein schönes, byzantinisches Mosaik in den Farben gold und blau. Es zeigt Darstellungen des Jüngsten Gerichtes. Bewundernswert sind die Decken mit reich geschnitzten Balken, ebenso die thronenden Madonna in der Apsis, sowie eigenwillige Fensterläden aus Stein an den Außenmauern. Kleine, steinerne Stege zeugen noch immer von der wilden Entschlossenheit der einstigen Bewohner auch ihre Brücken für die Ewigkeit zu bauen. Überdrüssig der Versumpfung, der Krankheiten brachen sie später ihre Häuser Stein für Stein ab, um sie rund um den Rialto wieder zu errichten...

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Text & Fotos: © JF Macaigne
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