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Ein Rat: Der nächtliche Ausflug kann durchaus am Tag wiederholt werden. Das ist übrigens ganz einfach: Hier sind die Fotos. Mit dem Mausklick beginnt die Fahrt auf dem Canale Grande oder der Spaziergang durch die kleinen Kanäle und Gassen von Venedig.
Eigentlich kann man sich nicht verirren (ab und zu ist das jedoch sogar amüsant und empfehlenswert). Wer die Augen hebt, findet an jeder Straßenecke Hinweisschilder mit den Richtungen und Haltestellen der Vaporetti. Geschickt ist die Karte für 22 €, sie gilt drei Tage lang auf allen Linien. Auch die an den Palastmauern außen herunterhängenden Fahnen machen Sinn. In der Regel verweisen sie auf ein Museum und interessante Ausstellungen..... Und davon gibt es jede Menge.

Wenn man schon mal da ist, sollte man unbedingt der Palast Ca‘d‘Oro mit den wunderbaren Gemälden besichtigten. Die Innenausstattung des Prachtbaus vermittelt den ganzen Luxus dieses unglaublichen Bauwerkes. Beim herausbeugen über den Balkon blickt man auf die roten Abdeckplanen der Stände des Fischmarktes gegenüber. Auch dort sollte man gewesen sein. Unterhalb des Balkons rudern stehend („valesana“) ein Mädchen und zwei Jungen vorbei, Vorübungen für den Karneval oder eine der nächsten Regatten auf dem Canale Grande?

Fahrt mit einem Vaporetto unter der Rialtobrücke hindurch...

Mittagszeit isst man einen Sandwich aus der Hand, oder nimmt ein Panini mit einem Glas Wein in der kleinen Bar Mercà nahe des Rialto ein, beliebter Treffpunkt von Richtern und Rechtsanwälten aus dem benachbarten Gericht.
Noch etwas weiter spiegelt sich das Wasser des Kanals goldschimmernd auf der Scalzi-Brücke wieder. Anschließend führt der Spaziergang durch das ehemalige Ghetto. Danach ist man meistens völlig fertig und besteigt erleichtert noch einmal ein Vaporetto. Möglichst vorn, um die Ausblicke während der Fahrt richtig zu genießen.....
In allen Vierteln findet sich Sehenswertes, aber es gibt die „musts“, die man in Venedig auf keinen Fall versäumen darf. Um nicht als ungebildeter Tourist zu gelten oder gar als einer, der seinen Aufenthalt in Venedig im Bett verbrachte, ist die Frage: „Was, du hast die Fenice nicht gesehen?“ mit „Doch, natürlich“ zu beantworten. Aber es gibt auch jene Dinge, die man eigentlich gesehen haben müsste, sofern man sich etwas abseits der Touristenpfade begibt. Damit lässt sich nach der Rückkehr der Bekanntenkreis beim Abendessen ungemein beeindrucken.

Für Vergessliche, die „musts“ zur Erinnerung: Markusplatz mit der Basilika, der Dogenpalast, Rialto, die Academia, das altehrwürdige Theater Fenice, das Marinemuseum, die historische Schule Scuola San Rocco, der Prachtbau Ca’ d’Oro, San Giorgio..... und natürlich alle Museen und Sakralbauten. Wer das alles sehen möchte, hat gut zu tun.....

Am besten wäre es, gleich mehrere Dutzend mal zu kommen - kurz, so oft wie nötig und ausgerüstet mit einem Besichtigungsplan. Courage!
Auf der anderen Seite, sofern man zu den Menschen gehört, die sich gerne treiben lassen, mit dem einzigen Wunsch zu genießen, was sich so gerade bietet..... Solche finden in Venedig jene Reichtümer, die man allein für sich im Herzen wahrt, ohne sie je zu verraten. Sie gehören zu den echten Erlebnissen, an die man sich sein ganzes Leben erinnert. Unvergessliche Erinnerungen, die veranlassen zu schwören, eines Tages bestimmt wieder in die Serenissima zu kommen. Venedig gehört zu den Städten die man auch zu zweit besucht.
Wer es je wagte einen Zirkuselefanten zu besteigen, wird auch mit Begeisterung die Tauben am Markusplatz füttern. Sie lassen sich ausgesprochen gerne füttern... Wussten Sie, dass die Viecher gurren, wenn sie auf Ihrer Hand, ihrem Arm oder ihrem Kopf sitzen?
Manchmal dringt von weitem das Klagelied einer einzelnen Gitarre durch die Gassen. Ein Anlass die Richtung zu wechseln, um sich von der Musik zu dem Mann führen zu lassen, der in der Mitte eines verlassenen Campo seine Finger über das Instrument gleiten lässt. Venedig ist voller netter Erlebnisse, beim Bummel in dem zur Straße gewordenen, ehemaligen Kanal Rio degli assassini, auf der Spurensuche nach dem Comic-Helden Corto Maltese, beim Bestaunen der Wappen alter Paläste in kleinen Seitenstraßen. Auch ich machte in einer Gasse eine großartige Entdeckung. Die Sträßchen war dermaßen eng, dass die Einzigen, denen es vergönnt war die verschnörkelten Fenster und Balkone eines sehr schönen Gebäudes zu bewundern, die Leute vom Haus gegenüber waren. Vielleicht gewollt, um den Neid der Nachbarn zu wecken? Leider konnte ich nicht weit genug zurücktreten, um den Palast zu fotografieren.
Nach all diesen wunderschönen Erlebnissen und Eindrücken fällt die Abreise sehr schwer. Es gibt da einen Trick, vor dem Verlassen von Venedig einfach schon die nächste Reise dorthin planen. Zum Beispiel, schon die Hoteladresse notieren, wo man das nächste Mal absteigen will, oder sich die Adresse eines Anbieters von Privatzimmern merken. Sie werden sehen, das erleichtert den Abschied…

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Text & Fotos: © JF Macaigne
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