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Irland ist ein wenig wie England, nur anders.
Ich glaube die Schreie der Empörung zu hören..... natürlich darf man beide Länder nicht in einen Topf werfen, aber ein paar Gemeinsamkeiten gibt es halt doch. Auch in Irland wird links gefahren, die Autos sind ziemlich die gleichen wie in England und es regnet genauso viel, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.... Ein Ire, den ich in einer Straße von Ballinamore im Nordwesten des Landes traf, verriet mir lässig an seinen kleinen Lieferwagen gelehnt, so ein Wetter habe er lange nicht mehr erlebt, ich hätte ziemlich viel Glück. Er hatte Recht, der Himmel war von einem fast unbefleckten Blau. Nur eine einzige, winzige Wolke war zu sehen, sozusagen als Verzierung. Und dieses Wetter hatten wir schon seit mindestens vier Tagen....
Die Götter, die hier andere Namen haben als anderswo auf dieser Welt, waren uns gnädig. Wir fanden das völlig normal, schließlich waren wir im wohlverdienten Urlaub, den nichts, aber auch gar nichts trüben sollte. Die Einwohners Irlands wissen es besser, das Wetter ist hier relativ schlecht, meistens jedenfalls. Sicher haben sie nicht von ungefähr die irischen Pullover erfunden! In widrigen Zeiten, immer lässig und bequem.
Noch etwas unterscheidet Irland von England, die Pubs. Auf der grünen Insel gibt es viel, viel mehr. Fast soviel wie Frittenbuden in Deutschland. Pubs an jeder Ecke, manchmal gleich mehrere auf ein und derselben Straßenseite, wohin man sieht. Es sind so viele, dass keine Gefahr besteht, die Iren könnten in der Hitze verdursten. Na ja, in der heißen Sonne sowieso nicht. Wie auch immer, hier ist man öfter in der Kneipe als zuhause. Und ehrlich gesagt, in irischen Pubs herrscht eine so tolle Stimmung, wie sonst nirgends in der Welt.
Davon kann sich jeder abends überzeugen. Innerhalb von hundert Meter findet sich der richtige Pub für die jeweilige Laune. Ruhig und gelassen, um ein Tyrconnel (1) zu trinken und dabei über Gott und die Welt mit irgendjemand zu diskutieren. Oder eine Kneipe, wo es hoch hergeht und die neuesten Songs aus den Lautsprechern dröhnen. In anderen Pubs reißt die traditionelle Musik mit, man stampft mit den Füssen im Takt und klatscht im Rhythmus von Dudelsack, Geige, Akkordeon und Bodhran (2). Auf jeden Fall mit einem Guiness in der Hand, wie die Einheimischen, und gleich ist man von neuen Freunden umringt.

Von was ich hier rede, ist das wahre Irland. Jene Insel, die man zu Fuß, mit dem Zigeunerwagen oder..... mit einem Hausboot durchstreift. Na klar doch, mit einem Boot. Der Westen Irlands ist mit unzähligen, großen und kleinen Seen übersät. Auf dem Fluss Shannon, der im Norden beginnt und nach 370 km Limerick erreicht, schippert man entlang vieler dieser Gewässer.
Ausgerüstet mit den üblichen Friesennerz, einem dicken Pullover (kann vor Ort gekauft werden - s.o. - aber die irischen Pullover sind recht teuer) sowie festem Schuhwerk für Landgänge, und schon kann es heißen „Leinen los“ für eine tolle Bootstour, die alle begeistert.
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(1) Ausgezeichneter Whiskey pur malt, der, versteht sich, in Maßen zu genießen ist.
(2) Kleines, mit Ziegenhaut bespanntes Tamburin, das mit einem Stock oder der Hand geschlagen wird.

Fotos : © JF Macaigne
Fortsetzung der Reise