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Es ist völlig klar, dass man vom Boot die Dinge anders sieht. Doch auch bei jedem Halt entdeckt man die anscheinend mit dem Lineal geschnittenen Hecken, oder was weiß ich, die gleichen, verstreut liegenden Häuschen entlang der Straßen. Sie wirken wie Inselchen mitten in all dem Grün. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass Irland grün ist. Das ist ebenso selbstverständlich, wie die Einsilbigkeit der Iren vormittags zwischen sieben und zehn oder ihr unverkrampftes Verhältnis zur Zeit ....... nachzulesen bei Heinrich Böll.


Wenn man über das saphirblaue, vom Wind leicht gekräuselte Wasser gleitet, die Heckwelle sich im Fluss verliert und das nächste feste Land, eine nur von Vögeln bewohnte Insel ist, dann entsteht ein unerwartetes Gefühl von Weite. Ein Augenblick der Selbstbesinnung, in dem das eigene Ich spürbar wird. Ist der Kamerad auf der Brücke gar ein alter Freund, mit dem man über wesentliche Dinge reden kann, ist man mit sich und der Welt völlig im Reinen.

Die mit Bojen gekennzeichnete Fahrrinne muss natürlich beachtet werden, ansonsten kracht‘s auf Felsen. Aber mit einer guten Karte und einem Fernglas kann nichts passieren. Schließlich kommt es bei einer Hausboottour nicht auf Geschwindigkeit an. Darüber hinaus sind die Penichette-Boote so eingerichtet, das sorglos navigiert werden kann. Das gilt auch für das Tempo, vielmehr die Langsamkeit. Sie erlaubt gemütlich und ohne Gefahr ganze Regimenter von Schwänen zu kreuzen, die wie eine Flotte kleiner, weißer Drakkare elegant über den Fluss gleiten.
Nähert man sich den Ufern bietet die Natur immer wieder ein neues Schauspiel. Mal hält ein Fuchs mit gesträubtem Fell unbeweglich Wache vor seinem Bau. Dann wieder heben Schafe ihre schwarzen Köpfen und beobachten die nahenden Eindringlinge. Weiter entfernt, spiegeln sich gelbe Stechginsterfelder vor blauem Himmel im Wasser. Oder hunderte von Vögeln schwingen sich langsam über eine kleine Insel.


Auch am Lough (3) Ree beeindruckt eine wilde, ergreifende Natur. In diesen See dringt man ein, wenn man von Athlone, einem der Liegehäfen von Locaboat in Irland, kommt. Dort wird die Pénichette nach einer Einführung und vielen, guten Tipps übernommen. Da diese Hausboote führerscheinfrei zu fahren sind, können Süßwasser-Magellans in spe problemlos auf große Fahrt gehen.
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(3) gälisch der See.

Fotos : © JF Macaigne
Fortsetzung der Reise