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Wo auch immer angehalten wird, Attraktionen gibt es für alle.
Für die Einwohner ist das die Pénichette. Es stimmt schon, auf den Gewässern Irlands kreuzen mehr Kabinenboote als diese Hausboote von Locaboat. Also kommen alle, um unsere Pénichette zu bestaunen. Besonders die, für ein Boot dieser Größe wesentlich bessere konzipierte Innenausstattung macht Eindruck auf die Iren.
Uns Deutsche beeindrucken da eher die netten Dörfer und natürlich die Pubs. In Carrick-on-Shannon war es der „An Poitin Still“ (was auch immer das heißen mag), wo wir einen sehr gemütlichen Abend verbrachten.
Als wir so gegen zehn Uhr dort ankamen, spielten gerade mal fünf Musiker. Zwei Stunden später waren sie zu einer raumfüllenden Band im Pub angewachsen. Je weiter der Abend fortschritt, umso mehr Instrumentalisten kamen dazu. Jeder ein Guiness in Hand, bildeten die Musiker einen Kreis und spielten fast pausenlos. Es fehlte kaum ein Stück aus dem gesamten Repertoire der irischen Volksmusik. Die Zuhörer summten, wenn sie nicht sogar die Lieder und traurigen Balladen aus vollen Hals mitsangen. Nur von Zeit zu Zeit ging einer nach draußen, um frische Luft zu schnappen oder eine Zigarette zu rauchen (Rauchen ist seit kurzem an allen Orten mit Publikumsverkehr strengsten untersagt).

Ich merke gerade, dass ich schon eine ganze Weile fast nur über Pubs rede und mir dabei vermutlich das massgeschneidertes Image eines Trunkenboldes verpasse.... Dabei sollte nicht verkannt werden, dass man sich in diesen großartigen Etablissements bis zum Schluss an einem Glas (es wird sogar Wasser serviert!) festhalten darf, ohne dass die Bedienung zum weiteren Konsum auffordert.
In der Regel muss man die Getränke oder das Essen (es gibt auch Mahlzeiten) selbst an der Bar holen. Ist die Bude gerammelt voll ist, dass man sich nicht mehr rühren kann, stehen verschiedene Taktiken zur Wahl. Entweder man bleibt bis zum Schluss wie in einem Konzert auf dem Stuhl sitzen. Oder man übermittelt seine Bestellung schreiend in Richtung Theke. Man kann auch versuchen sich zum Ausgang zu drängen, dabei besteht in der drangvollen Enge die Schwierigkeit, Guinessflecken auf der Jacke zu entgehen. Dies ist natürlich die riskanteste Variante.

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von Carrick-on-Shannon

Carrick-on-Shannon ist trotz der nur 4000 Einwohner die regionale Hauptstadt und verweist mit Stolz darauf, die kleinste Kapelle Europas zu besitzen. Einer reicher Händler der Stadt ließ 1879 die „Costello Chapel“ für seine Frau erbauen. In Carrick-on-Shannon macht Shopping Spaß und ist zudem nicht teuer, ein angenehmer Halt für die Freizeitschiffer auf dem Shannon. Natürlich finden sich wieder, wie überall in Irland, unzählige Pubs und in der Umgebung das übliche Grün mit den typischen Mäuerchen, Hecken und kleinen Wäldern.

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Boyle ist lebhafter und quirliger. Das Städtchen spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte und entstand kreuzförmig um den Fluss Boyle. Es gibt hier einen Bahnhof, Krankenhaus, Schulen, Läden, selbstverständlich Pubs, und noch eine Menge mehr. Am Stadtrand haben wir einen Passanten nach der Straße zum „Dorf“ gefragt. Zwar hat er gelacht, trotzdem antwortete er etwas pikiert: „Ich würde Boyle nicht gerade als Dorf bezeichnen...“ Es gibt Fettnäpfchen, die man vermeiden sollte....

Leitrim, nach dem die Grafschaft genannt wurde, liegt etwas weiter entfernt am Kanal Ballinamore. Ein winziges Dorf mit einigen Läden und Pubs, darunter der „Cois Na Habhainn“ nur wenige Meter vom Wasser entfernt. Sehenswürdigkeiten und historische Denkmäler sucht man vergebens, der Reiz liegt in der Atmosphäre.... und die ist ruhig. Wir haben hier eine friedliche Nacht verbracht, bis zum morgendlichen Krähen eines Hahnes. Na ja, für eine weite Reise sollte man früh aufstehen !

 

Fotos : © JF Macaigne
Fortsetzung der Reise