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14. April 2014

Ein Wochenende mit der Linssen auf der Saône

Freitag, 04. April: Anfahrt von Freiburg nach Scey-sur-Saône

Dieses Wochenende ist es endlich so weit: Anreise zum Liegehafen nach Scey sur Saône zum Kennenlernen und Testen der neuen Linssen Grand Sturdy 34.9. Viele Kunden haben uns bereits befragt, aber noch konnten wir uns kein persönliches Bild von dem neuen Mitglied der Locaboat-Bootsfamilie machen. Nach gut 2 Stunden auf der Autobahn ab Freiburg über Vesoul kommen wir in dem beschaulichen Städtchen an und fahren direkt zum Hafen, um unsere Linssen und eine Pénichette® 1180FB zu übernehmen. Unser erster Eindruck zur Linssen: wow, ist die schick! Die Pénichette begrüßt uns dagegen wie eine alte Bekannte, charmant und lässig wie eh und je liegt sie im Hafenbecken. Während ein Teil der Gruppe sich sofort auf der bequemen und bewährten Pénichette einrichtet, zieht es den anderen auf die neue Linssen Yacht. Jeder verschwindet in seiner Kabine, überzieht die Betten und richtet sich ein, für die Bestandsaufnahme ist später noch Zeit. Erst einmal knurrt der Magen, der Tisch im gegenüberliegenden Restaurant „Le Chanois“ ist bereits reserviert und so kann ein erster gemütlicher Abend beim Essen und an Bord zu Ende gehen.

 

Samstag, 05. April: Inspektion der Linssen

An diesem Morgen versammeln sich 6 frühstückswillige Personen auf der Pénichette 1180FB, denn hier ist eindeutig mehr Platz für die Zubereitung der krümeligen Mahlzeit, und die Neuheit der Linssen löst sowieso noch eine gewisse Ehrfurcht in uns aus. Die Bewohner der Linssen verbrachten nach eigener Aussage eine angenehme Nacht in edlem Ambiente, am Morgen beim Duschen war jedoch aufgefallen, dass es klein gewachsene Menschen in der dortigen Nasszelle besser haben. Nach dem Frühstück machen wir uns gemeinsam ein Bild. Das Duschen können tatsächlich besser sitzend als stehend bewerkstelligt werden, dafür ist eine bequeme Holzbank vorgesehen. Das anschließende Ankleidungsmanöver, sollte es in der Nasszelle stattfinden, ist eine kleine Herausforderung. Gegen die Bettenmaße und den Komfortgrad der Betten lässt sich jedoch nichts sagen, und auch das Easy Sleep System, welches das Sofa mit wenig Handgriffen in ein Doppelbett für zwei zusätzliche Personen umwandelt, enttäuscht nicht. Der gut geplante Stauraum für Proviant und Gepäck beeindruckt uns, das Boot verfügt über viel Ablage. Leseplatz und sogar Arbeitsplatz lassen sich gut einrichten, der bewegliche Sessel verbreitet echtes Wohnzimmerfeeling, und lässt sich bei gutem Wetter mit an Deck nehmen.

 

Erste Fahrt und Proviantbeschaffung

Als nächstes lassen wir uns die Bedienung der Linssen erklären, was bei wenigen und sehr eindeutigen Schalthebeln und Knöpfen sehr schnell getan ist. Die Linssen hat die Besonderheit, über keinen Innensteuerstand zu verfügen. Mit einem Verdeck ist der Aussensteuerstand vor Regen geschützt. Inwieweit man dennoch nass werden kann, können wir leider auf unserer Fahrt nicht testen, denn uns steht trockenes Wetter bevor, wenn auch heute eher trüb und grau. Klar ist aber, dass man lieber an wetterfeste und warme Kleidung denken sollte, um bestens vorbereit zu sein. Sobald wir, leise und elegant „in See stechen“ bemerken wir ein weiteres Highlight der Linssen: die qualitativ hochwertigen Außen-Lautsprecher. Da es für Proviant jede Menge Platz an Bord gibt führt uns unsere erste Probefahrt, natürlich untermalt von guter Musik, in den Ort Scey-sur-Saône. Obwohl wir lieber einen der kleinen unabhängigen Lädchen im Ort aufgesucht und beim Plaudern mit der Bäckersfrau unser Brot erstanden hätten, können wir auf die Boulangerie Patisserie augenscheinlich heute nicht zählen. Ein paar Meter weiter gibt es aber einen kleinen Carrefour Supermarkt, in dem wir uns großzügig mit Salaten, Getränken und Suppen eindecken. Fest steht, dass es zur Feier des Tages eine gute Lins(s)en-Suppe sein muss!

 

Volle Fahrt voraus und Schleusenleben

Die anschließende Etappe führt uns von Scey-sur-Saône nach Ray-sur-Saône, durch den Tunnel de Saint Albin und sieben Schleusen. Die Einfahrt in die Schleusenkammer klappt zugegebenermaßen nicht immer ganz nach Lehrbuch, die Fender nehmen jedoch geduldig jeden Aufprall entgegen, die Linssen leidet nicht darunter. Das Schleusen geht dem Team jedoch wiederum, bei aller Bescheidenheit, sehr gut und eingespielt von der Hand, und so bleibt uns nebenbei noch Zeit für ein paar Worte mit dem Schleusenwärter und den spontanen Kauf von lokalem Honig, für ein Tête-à-Tête mit einem Esel, das Erwidern von Hundegebell, dem Zuwinken von Kindern, die Zubereitung eines Kaffees und natürlich für den ein oder anderen Schnappschuss.

 

Ankunft in Ray-sur-Saône

Und schon erreichen wir das Örtchen Ray-sur-Saône mit seinem hübschen, über die Saône blickenden, Schloss. Da uns noch ein paar Stunden vom Nachmittag bleiben, und wir den Tag über eigentlich nur beim Tanz an Deck so richtig Bewegung hatten, beschließen wir, uns das Schloss aus nächster Nähe anzuschauen, die Straße emporzusteigen und den Blick über den Flussarm zu genießen. Während ein Teil der Gruppe relativ schnell das Ziel erreicht, wird der andere Teil von einem der 215 konversationsfreudigen Einwohner dieses Ortes in einem interessanten Gespräch über die Renovierung eines aus dem 13. Jahrhundert stammenden Hauses und dessen Geschichte angehalten. Zu bewundern gibt es im kleinen Ray-sur-Saône außer dem Schloss das historische Waschhaus, eine Kirche mit den typisch bunt glasierten Ziegeln der Region Franche-Comté, sowie ein kleines Atelier, in dem hübsche und ausgefallene Steinkunst (z.B. Halsketten aus Lava-Stein) verkauft werden.

 

Sei kein Frosch! bei Yvette

Die viele frische und recht kalte Luft macht uns hungrig und müde, wie schön, dass Yvette vom heimeligen Restaurant „Chez Madame Yvette“ schon mit knisterndem Kaminfeuer und frisch zubereiteten Speisen aus der Region auf uns wartet. Ihr Restaurant gleicht einem gemütlichen Wohnzimmer, und die Bestellung fällt aus zwei Menuvarianten nicht schwer, zumal sie tatkräftig von ihrer Tochter mit Deutschkenntnissen unterstützt wird. In unserem Falle, da gerade Saison ist, wird zwischen Enten- und Froschschenkeln gewählt. Sollten einem beide Gerichte nicht behagen, wird jedoch auch gerne improvisiert, und so komme ich auf kurze Anfrage zu einem gemüselastigeren Teller mit Omelette. Einen Froschschenkel stehle ich mir dennoch verstohlen bei meinem Tischnachbarn, man hat schließlich nicht jeden Tag eine solche Gelegenheit... Beide Damen verabschieden sich persönlich an der Tür und reichen uns die Hand. Es war wirklich, als hätte man bei guten Freunden zu Abend gegessen, merci beaucoup, Yvette!

 

Sonntag, 06. April: Sonniger Aufbruch in Ray-sur-Saône

Am nächsten Morgen erwartet uns dichter Nebel, der sich jedoch nach dem Frühstück völlig unerwartet auflöst und in den strahlendsten Sonnenschein übergeht, was auf der Linssen auch sogleich mit dem Einlegen der CD „Sommerhits“ begrüßt wird. Und welchen Einfluss das Wetter bei einem Hausbooturlaub auf die Crew und dessen gesamte Stimmung hat, wird sofort wieder einmal klar: Die Fleecewesten, Pullover, Pudelmützen und Schuhe fliegen nur so in alle Richtungen davon, und es kommen T-Shirts, Sonnenbrillen und nackte Füße, die auch schon mal mutigerweise in die Saône gehalten werden, zum Vorschein.

 

Schattiger Pluspunkt für die Linssen

Mittagszeit: Wir machen unsere Boote an einer schönen Stelle in freier Natur mithilfe der sich an Bord befindenden Pflöcke aneinander fest, und wollen wieder den Platz der Pénichette 1180 für eine Mahlzeit nutzen. Dabei stellen wir jedoch fest, dass es im Innenraum schon fast zu warm ist, außen jedoch ohne Sonnenschirm, dessen Mitnahme wir am Liegehafen bei dem gestrigen Wetter verneint haben, in der grellen Sonne zu heiß. Bei diesem absolut unerwartet guten Wetter wird somit die Linssen zum Austragungsort unseres heutigen Mittagessens, da sie den eindeutigen Vorteil des luftigen und überdachten Aussenraumes hat. Wir fühlen uns tatsächlich „wie Gott in Frankreich“.

Rückweg und Fazit

Zurück durch den Tunnel, der im Einbahnstraßensystem funktioniert und durch Ampelzeichen geregelt wird, geht es wieder nach Scey-sur-Saône. Bei dem heutigen Wetter scheint einfach Jedermann auf den Beinen zu sein. Wir fahren an Sonnenanbetern, Anglern, picknickenden Familien und Gartenarbeitern zum Hafen zurück, und geben schweren Herzens unser Boot ab. Der Erholungswert dieser Hausbootfahrt war wieder einmal enorm, das Essen gut, wir hatten viel Spaß und haben jede Menge frische Luft getankt. Müde aber glücklich klettern wir ins Auto und fahren nach Freiburg zurück.

 

Tipps and Bemerkungen Linssen:

  • Auf das Duschen im Sitzen einstellen
  • Warme und wetterfeste Kleidung mitbringen
  • Gute CDs oder AUX- Kabel nicht vergessen
6 Kommentare

Kommentare   

0 #6 Knöpfel Heinrich 2014-07-01 13:10
zitiere The Locaboat Team:
@Knöpfel Heinrich: Wir freuen uns auf Ihren Bericht, lassen Sie uns wissen, wie die Fahrt, die Gegend und das Boot sind!


Mit reichlicher Penichette Erfahrung haben wir die Linssen in Angriff genommen. Die Fender lassen sich sicher noch optimaler positionieren um das Schiff gut zu schützen. Wir genossen die grosszügige Ausstattung des Schiffes. Es ist auch einfach zu fahren. Die Gegend ist wunderschön und abwechslungsrei ch. Wir sind allerdings eher die Gemütlichkeitsf ahrer und werden das nächste mal wieder via Scey-sur-Sâone fahren und zwar auf einer Penichette. Die Linssen ist ein tolles Schiff - keine Frage - jedoch sind, gerade die grossen Penichettes, wirkliche Flussbote. Einzigartig im Aussehen und Fahrverhalten.
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+2 #5 The Locaboat Team 2014-07-01 13:00
@Friedrich: Vielen Dank für Ihr Kommentar. Wir hatten uns auch die Frage gestellt, ob die Froschschenkel vielleicht als anstössig empfunden werden könnten. Da es aber ganz einfach zu den kulturellen Besonderheiten gehört: warum sollte man es verbergen oder verleugnen? Keiner ist gezwungen, Tierfleisch zu essen, es bleibt trotzdem einer der Eindrücke, die man bei einer Reise bekommt.
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0 #4 The Locaboat Team 2014-06-30 07:35
@Knöpfel Heinrich: Wir freuen uns auf Ihren Bericht, lassen Sie uns wissen, wie die Fahrt, die Gegend und das Boot sind!
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0 #3 Friedrich 2014-05-12 09:26
Hallo,
so ein richtiger Vergleich findet in dem Bericht nicht statt. Was mich abgestossen hat, ist der Bericht über die "Frosschenkel". Als Tierschützer wehre ich mich dagegen und frage mich, wenn ich schon meine dies essen zu müssen, muß ich das noch in einem Bericht erwähnen und ein Bild darüber bringen?
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+1 #2 Michael Reichling 2014-04-17 23:33
Schöner Reisebericht zur Linssen 34.9. Macht mich an, das Boot an gleicher Stelle auch zu mieten. Im aktuellen PDF-Katalog habe ich die Möglichkeit leider nicht gefunden.
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+3 #1 Knöpfel Heinrich 2014-04-16 10:06
Vielen Dank für diesen Bericht. Ab Freitag 18. April werden wir die Linssen ab dem Hafen St.Léger für eine Woche testen. Wir kennen von früheren Reisen die 1180FB und die 1400FB und die 1500FB. Wir sind echt gespannt und freuen uns sehr drauf.
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