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2 Freunde auf einem Locaboat Linssen- Boot
07. Januar 2016

Ein Wochenende mit dem Hausboot im Herzen des Burgunds

Während langer Sommertage kann die Hitze in mancher Stadt schon mal erbarmungslos werden. Die Luft wird schwer, die U-Bahn zum Backofen und wenig angenehme Gerüche breiten sich aus, so dass Café- und Restaurantterrassen nicht mehr ausreichen, um die Schwüle der Jahreszeit auszugleichen. Dann hat man doch eigentlich nur ein einziges Ziel: durch Wiesen zu wandern, durch Felder zu radeln, einfach raus aus der Stadt.
Ist man erst einmal zu dieser Erkenntnis gelangt und hat die Absicht deutlich erklärt, stellt sich jedoch die Frage nach dem Wie. Wie wäre es, mit ein paar guten Freunden als Besatzung wie echte Seeleute über einen Kanal zu schippern?


Nach ein paar Internetrecherchen tendiert meine Wahl wegen der übersichtlichen Website, den charmanten Tipps und den eleganten Booten zu Locaboat. Ich wünsche mir Natur und Ruhe, möchte zurück zur Einfachheit. Aus diesem Grund fällt meine Wahl, ohne allzu lange zu zögern, auf das Burgund und, um genau zu sein, auf Corbigny.



Der Tag der Abreise ist gekommen, ein Freitagabend. Eine Sorge wächst in mir: Ich frage mich, ob es nicht ein bisschen zu gewagt sein könnte, das Steuer eines Bootes in die Hand zu nehmen, ohne jemals zuvor ein Boot gelenkt zu haben. Nachdem mich die Reiseberater von Locaboat beruhigt hatten, wage ich den Sprung ins kalte Wasser.  Vor der Abfahrt steht jedoch ein wenig Organisation: ein paar wichtige Einkäufe wie etwas zu essen für den ersten Abend und Kaffee für den Morgen. In der Tat: Ein Blick auf Google Maps verrät, dass die Chance, ein nach 21 Uhr geöffnetes Geschäft zu finden, genauso groß ist, wie in der Wüste einem Einhorn zu begegnen. Aber nach ein paar Vorbereitungen kann das Abenteuer endlich beginnen.



Nach der ersten Nacht auf unserem führerscheinfreien Hausboot sind alle unsere Zweifel zerstreut. Die Locaboat-Boote sind gemütlich und komfortabel. Man findet sich schnell zurecht, richtet sich ein und fühlt sich wohl. Früh am Morgen kommt der Chef des Abfahrtshafens an Bord, um uns zu begrüßen und einige Formalitäten zu regeln, damit wir offiziell Kapitän für ein Wochenende werden können. Nachdem der Vertrag unterschrieben und alle unsere Fragen beantwortet sind, ist es Zeit für eine Einweisung. Wir lösen die Taue und starten den Motor. Der Chef der Locaboat-Basis nimmt sich Zeit, um uns alles zu erklären. Nachdem wir 30 Minuten unter seiner Aufsicht gefahren sind, kehren wir zum Kai zurück. Er geht von Bord und wir machen uns auf den Weg ins Abenteuer. Ein Shanty Chor singt in meinem Kopf Seemannslieder.

Uns genügen eine Stunde Fahrt und zwei oder drei Schleusen, um uns mit dem Boot völlig vertraut zu fühlen. Letzen Endes war dieses Wochenende im Burgund trotz einer bescheidenen Wettervorhersage ein Genuss. Unser Ziel war es, Tannay zu erreichen, um guten Wein und gutes Essen zu genießen, was jedoch ein wenig ehrgeizig war. Obwohl das Fahren mit dem Boot ein reines Vergnügen ist, hat man, wenn man nicht acht Stunden pro Tag fährt, keine Chance, das Dorf zu erreichen. Also haben wir diesen Plan aufgegeben. Allen, die eine solche Reise in Betracht ziehen, möchte ich einen einzigen Rat geben: Nehmen Sie sich Zeit, um Halt zu machen und die Tiere und andere Schönheiten zu entdecken, die die Natur Ihnen offenbart, denn dies ist es, was den wahren Genuss einer Fahrt mit einer Pénichette® ausmacht. 

 

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