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19. November 2015

Mit dem Hausboot im Anglerparadies Irland

Wir, drei Brüder im Alter von 25, 23 und 18 Jahren, wollten diesen Sommer zum ersten Mal alle drei zusammen verreisen - ohne unsere Eltern. Als begeisterte Angler kamen wir schnell auf das Reiseziel Irland, denn wir wussten, dass Irland unter Angelfans einen hervorragenden Ruf hat, und besonders für seinen Hecht, den wohl nobelsten unter den Raubfischen, bekannt ist.

Unsere Recherchen zeigten schnell, dass so ein Hausboot die ideale, weil gleichzeitig komfortable und mobile, Unterkunft für uns sein könnte. Zunächst waren wir überrascht, dass kein Bootsführerschein verlangt wird, aber nachdem dieses Thema geklärt war, machten wir schnell Nägel mit Köpfen. Als Ausgangspunkt schien uns für unsere Hausboottour durch Irland der Locaboat Abfahrtshafen in Athlone (Killinure Point)  ideal zu sein.

Nun fehlten uns eigentlich nur noch ein paar Insider-Informationen zum Thema Angeln, zur  notwendigen Ausrüstung und den Gegebenheiten vor Ort. Wir setzten uns daher zunächst mit dem Reservierungsteam von Locaboat in Verbindung, und wurden mit unseren Spezialfragen direkt  an die Leiter der Basis verwiesen, Glenda und Brian Quigley (wie wir später erfuhren ein Geschwisterpaar, das die Locaboat-Basis in einem Sporthafen, der von ihrem Vater Peter selbst erbaut wurde, führt). 

Die Antwort von dort aus per Email liess nicht lange auf sich warten, und brachte uns in Kontakt mit einem Guillie, einem lokalen Angelführer. Man teilte uns mit, ein Dinghy zur Verfügung stellen zu können. Ein Dinghy ist ein kleines Motorboot, welches Zugang zu den ursprünglichsten und abgelegensten Fischgründen ermöglicht, die mit der Pénichette einfach nicht erreichbar sind. Das klang spannend und nach Abenteuer. Wir waren voller Vorfreude auf diese ungewöhnliche Reise.

Nach einem sehr frühen Flug kamen wir am Flughafen Dublin an, und stiegen in das für uns vorab organisierte Taxi. Wir hatten diese luxuriöse Variante gewählt, da der Preisunterschied zwischen Sammeltaxi (50 € pro Person) und Taxi nicht mehr so groß war, und wir mit unserem Equipment doch ziemlich beladen waren. Nach ca. 1 ¾  Stunden erahnten wir die ersten Buchten des Sees Ree.

Aufmerksamerweise schlug uns der Taxifahrer vor, an der Tankstelle von Glasson zu halten, um einige grundlegende (jedoch teure) Einkäufe zu tätigen. Denn der nächste  große Supermarkt würde erst wieder in Athlone auf uns warten. Wir fragten uns, wie die anderen Gäste das Thema bewerkstelligten, und kamen beim Blick ins Kapitäns Handbuch zu der einhelligen  Antwort, dass wohl keiner von uns Dreien dies so ganz aufmerksam gelesen hatte: Sonst wäre uns wohl aufgefallen, dass die Möglichkeit besteht, Proviant im Voraus zu bestellen. Es hätte ja durchaus seinen Reiz gehabt, beim Ankommen bereits alles vorzufinden. Naja, nächstes Mal ist man schlauer!

Wir waren von dem recht milden Wetter sehr angenehm überrascht. Glenda und Brian, die wir nun ja schon bestens von den Emails her kannten, begrüßten uns sehr herzlich, versorgten uns mit Tipps und Ratschlägen und machten uns mit unserem bootsführerscheinfreien Hausboot vertraut.

Am Abend gingen wir rüber ins 10 Gehminuten vom Sporthafen entfernte „Killinure Chalet“. Dort empfing uns eine tolle und warme Atmosphäre: ein Pub mit traditionell irischem Flair eben. Das Essen war lecker, die Iren freundlich, lustig und locker, wie man es nicht anders erwarten würde. Dies war schon einmal ein toller Auftakt für den bevorstehenden Urlaub auf dem Wasser.

Mit dem Boot, einer Pénichette 1120R, kamen wir schnell klar. Von der gemütlichen Terrasse aus, hatten wir die besten Angelbedingungen. Und auch das Wetter liess nicht zu wünschen übrig. Ein paar Mal kontaktierten wir die Basis, um uns wegen des Wetterberichts und der Windstärke auf dem Laufenden zu halten. Immer mit dem Gefühl, am Liegehafen von guten Freunden betreut zu werden.

So ging unser Hausbooturlaub sehr entspannt und gemütlich voran, wechselte zwischen langen Angeltagen auf dem Killinure Lake und dem Fluss Shannon, der für seine Hechte legendär ist.
(Tipp: insbesondere auf der Höhe der Klosterruine Clonmacnoise).


Athlone lernten wir ziemlich gut kennen, und stiessen hier auf viel Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Wer auch immer gerade des Weges kam, packte beherzt beim Festmachen der Pénichette mit an. Nach der Ruhe, die wir auf dem Wasser genossen hatten, war Athlone eine willkommene und lebendige Abwechslung. Besonders begeistert waren wir, als wir dann auch noch ein sehr gutes Geschäft für Angelbedarf (sonntags geöffnet!) fanden, und: den ältesten Pub Irlands.

Einen Angeltag gönnten wir uns schließlich noch in Begleitung des Angelführers, der wirklich alle Ecken, und jeden Fisch, der Region zu kennen schien.

Das Fazit dieser Reise: Dies schreit nach Wiederholung und könnte durchaus zu einer festen Instanz unter Brüdern werden.

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