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Sonntag
Dieser traumhaften Nacht folgt die
dicke Überraschung! Große schwere Wolken ziehen tief und rasend
schnell über den Himmel. Das verspricht demnächst einen Regenschauer.
Dabei wird gerade der Septemberanfang für seine Sonnentage gerühmt!
Da
hat sich der Wetterdienst wohl mal wieder getäuscht. Allerdings ist
es noch sehr warm und der Wasserspiegel kräuselt sich nur wenig.
Die Binsen am Ufer wiegen sich in einer sanften Brise. Wir lichten den
Anker und machen uns auf. Dabei stören wir eine schlafende Ente mit
einem seltsam behaarten Kopf, sie wirft uns recht bezeichnende Blicke
zu.
Wir durchfahren den Ziernsee, dann den Ellbogensee. Es herrscht eine verzauberte
Stimmung, die nicht mal ein Campingplatz zu stören vermag. Gleich
darauf gießt es in Strömen auf die Brücke. Wir flüchten
ins Bootsinnere und machen es uns gemütlich. Sicher im Trockenen
des Aufenthaltsraums beobachten wir verwundert ein Paar. Sie essen, trotz
des prasselnden Regens, ungerührt unter dem Vordach ihrer Angelhütte.
Wir halten zum Mittagessen letztlich in Strasen vor einer Schleuse und
warten dort das Ende des Regens ab. Dort verbringen einen guten Teil des
Nachmittags mit der Erkundung der Gegend. Wir haben es ja nicht eilig
und außerdem einen vollbehangenen, wilden Pflaumenbaum inmitten
von Disteln entdeckt. Wir essen Zwetschgen bis zum Umfallen und der Pflaumenkuchen
aus dem Backofen unserer Bordküche wird sicher ebenfalls gut schmecken.
Dem verlängerten Aufenthalt sei‘s gedankt! 
Da
wir trotz allem noch weiter kommen wollen (wenn man nicht aufpasst, wird
man schnell zum Faulenzen verführt), begeben wir uns erneut auf die
Fahrt durch die wie eine Perlenkette aufgereihten Seen. Der Kleine Palitz-See,
gefolgt vom winzigen Canower See kurz vor der Schleuse von Canow, der
im gleichen Moment da wir anlegen, eine kreischende Horde Kajakfahrer
in Friesennerzen wie aus einem Bienenstock entströmt. Dann der breite
Labus-See, der Große Petsch-See, gleich nach der Schleuse von Dienitz,
wo wir gerne in einer kleinen Bucht Anker werfen würden. Leider sind
schon vier andere Boote vor uns. Danach erreichen wir den Vilz-See, den
wir nur zum Teil einsehen können, da man hier sofort in den Mössensee
abbiegt. Also übernachten wir dort bei den Seerosen und Binsen. Ein
reizender Ort und sogar die Wolken lichten sich hier und da. Was will
man mehr....
Ich
begebe mich erneut auf Fotosafari in die Umgebung, während mich der
Rest der Mannschaft von Bord aus mit dem Fernglas verfolgt. Von weitem
könnte man glauben, sie hätten rote Augen wie eine überdimensionale
Fliege! Salem, der einzige Angler an Bord hat seine Utensilien ausgepackt
und ist wild entschlossen den Kühlschrank mit seinem Fang zu füllen.
Die Sonne kommt durch, es ist bald Zeit für einen Aperitif... Ach,
kann das Leben schön sein! Am Himmel zeigt sich etwas Blau, große
rosa Wolken spiegeln sich bei Sonnenuntergang im fast unbewegten Wasser.
Die Dunkelheit fällt schnell herein und wir genießen unser
Abendessen an Bord dank der vorhandenen Stereoanlage (Locaboat sorgt wirklich
für Komfort) zu Mozartklängen. Rund um uns herum herrscht nun
nächtliche Stille. Unzählige kleine Mücken verfangen sich
in den Spinnennetzen hinter den Scheiben. Kann mir vielleicht mal jemand
erklären wie die dort hingekommen sind...
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