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Donnerstag (was, schon !)
Am
nächsten Tag passieren wir die besagte Brücke und zahlen unseren
Obolus in eine Socke, die uns mit einer Angelroute zugereicht wird. Danach
geht es zum Plauer See, ein anderes großes Gewässer dieser
Reise. An den Ufern reihen sich wieder Pfahlbauten, unten das Bootshaus,
darüber der Wohnraum. Einige sehen wirklich so aus, als ob man darin
recht angenehme Angelferien verbringen könnte. Die reetgedeckten
Dächer wirken sehr romantisch, den Parabolantennen auf dem First
nach zu urteilen, wird jedoch nicht auf einen gewissen Komfort verzichtet.
Noch eine Brücke und schon sind im Plauer See. Am Rande des Gewässers
bereiten sich Jugendliche eines Ferienlagers darauf vor, den Kanal mit
Kanus zu befahren. Das scheint hierzulande wirklich Mode zu sein. Der
Plauer See hat neben dem Müritz-See die größte Wasserfläche
und wir durchqueren ihn seiner gesamten Länge. Doch schon nach einer
Stunde haben wir ihn hinter uns und fahren in den Kanal Müritz -
Elde ein, Adieu unsere Seen ! Wasserhühner retten sich schwimmend
wie Weltmeister in die Binsen.
Le
temps se couvre. Il ne pleut pas encore, mais au loin, les nuages sont
noirs et arrivent vers nous. Nous décidons de faire halte à
Plau, ce qui permettra d’évacuer les eaux usées, de
visiter la ville, et – aussi – de déjeuner. La marina
se situe tout de suite avant un pont tout bleu d’un nouveau genre,
que n’aurait pas renié Eiffel : le tablier se soulève
à la hauteur désirée pour laisser passer les embarcations.
Une petite guérite est installée dessus, qui me fait penser
aux passages à niveaux des trains électriques de mon enfance.
A droite du pont, une pêcherie propose à la vente des poissons
fumés. C’est la spécialité par ici. Nous nous
promettons d’y faire un tour.
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Besuchen Sie Plau -
Gerade
als wir in den Hafen einfahren beginnt es zu regnen. Ein heftiger Schauer
und wir warten deshalb geduldig die gute Viertelstunde ab, bis sich das
Gewitter verzieht und wir die Nase herausstrecken können. Der Hafenmeister
bereitet uns einen richtigen VIP-Empfang und erklärt (in englisch)
alle Sehenswürdigkeiten und wie man dahin kommt, etc.... Ein echtes
Vergnügen unter solchen Bedingungen zu reisen.
Unser erster Weg führt selbstverständlich zum Fischstand, den
wir halb aufkaufen. Die geräucherten Fische riechen sehr gut und
scheinen lecker zu sein.... Was auch stimmt!
Aale, Heilbutt, Hechte und andere uns unbekannte Fische verschwinden in
der Einkaufstasche.
Die Atmosphäre ist hier recht ungewöhnlich, Fischfilets trocknen
neben grünen Kähnen und alten Holzpontons. Im Boden eingelassene,
offene Klappen erlauben einen Blick in die geheimnisvollen Fischbehälter.
Wir
entfernen uns von diesem etwas verloren wirkenden Ort und beschließen
in dem kleinen Restaurant gleich neben der Brücke zu essen. Inzwischen
zeigt sich erneut eine schüchterne Sonne. Das wollen wir nutzen und
wir beeilen uns die Besichtigung laut den Empfehlungen des Hafenmeisters
fortzusetzen. Hinter Blättern versteckt, erinnert ein großer,
runder Turm an eine Burg aus dem 15. Jh. Vergnügt laufen wir durch
die nassen Pflastergassen mit alten Fachwerkhäusern.
Bei der weiteren Reise fahren wir unter dem Brückenaufzug hindurch.
Zwar müssen wir lange warten, aber die Passage ist recht originell.
Auf der anderen Seite der Stadt, wieder eine Schleuse und ein Kanal. Die
Ufer mit den Haselnuss-Sträuchern sind nicht besonders aufregend,
die Zeit vergeht beim steten Geräusch der Schraube. Wir nutzen die
Gelegenheit für ein Mini-Konzert aus der Stereoanlage im Aufenthaltsraum.
Auf dem Programm, Santana, Gotan Project und Wagner. Wenn das keine Vielseitigkeit
ist?
Da
taucht eine Schleuse auf (1)! Kein Schleusenwärter in Sicht. Das
wird wohl die erste der automatischen Schleusen sein, auf die mich Torsten
vor der Abfahrt hingewiesen hat. Tatsächlich befindet sich am Ufer
ein langer, blauer Metallpfosten in Griffnähe, der darauf wartet
von uns bedient zu werden. Wir machen an einer Halteleine fest und bewegen
den mit einer Kugel endenden Hebel im Pfosten. Sofort setzt sich oben
ein Blinklicht in Gang. Auf einem Schild über einer rot-grünen
Ampel wird eine Information angezeigt, dann noch eine. Leider verstehe
ich eben so wenig deutsch wie die anderen auf dem Schiff. Wir warten ab,
schon nach einigen Minuten öffnen sich die Schleusentore und wir
können einfahren. In der Schleusenkammer befinden sich zwei gleichartige
Pfosten, einer davon ist rot. Den wollen wir lieber nicht berühren,
so setzen wir nochmals den blauen in Gang. Es blinkt weiter, aber nichts
passiert. Wir warten weiter. Nach einigen Minuten kommen wir allerdings
zu dem Schluss, dass wir etwas falsch gemacht haben und bewegen den roten
Hebel.
Da jedoch immer noch nichts passiert, fragen wir uns bereits, ob wir nicht
die Nacht über hier eingesperrt bleiben. Da kommt ein Mann aus dem
kleinen Backsteinhaus, von dem wir dachten es sei unbewohnt. Wir haben
ihn sichtlich aus dem Schlaf geholt. Doch er erklärt uns mehr recht
als schlecht, aber lächelnd, dass der rote Hebel für Notfälle
gedacht ist. Er beendet den Notruf und bewegt erneut den blauen Hebel.
Wie von Zauberhand beginnt sich der Wasserspiegel in der Schleusenkammer
zu senken.
Der Rest erfolgt ohne unsere Mitwirkung. Sobald das Wasser das richtige
Niveau erreicht, öffnen sich die Schleusentore und wir können
ausfahren. Das System funktioniert perfekt, aber wir waren zu ungeduldig.
Nach der Ausfahrt erinnert
der Wasserweg an den Burgund-Kanal, Wiesen, Wäldchen und eine spiegelglatte
Wasserfläche. Auch der Himmel wird blauer und blauer. Ist das schon
wieder Frankreich?
Nix da! Unvermittelt erreichen wir in einem geheimnisvollen, tiefen Wald.
Man spürt fast die Waldgeister, die Zwerge, all die Märchen-
und Sagengestalten, bereit plötzlich aus dem dunklen Unterholz hervor
zu kommen. Wir versuchen kein Geräusch mehr zu machen, nur die Bugwelle
könnte uns verraten. Leise, wie Indianer auf Kriegspfad, gleiten
wir voran...
Nach einer Biegung erscheint ein Ponton. Ein Campingplatz mitten im Wald.
Wir entscheiden den Ort zu erkunden und vielleicht anzuhalten. Breit lächelnd
begrüßt uns der Platzwart mit einem tiefen „Bonjour“!
Das ist Sven, der meine kleine Fahne erkannt hat. Er kennt einige Worte
in französisch und spricht etwas englisch, aber die Sprache der Freundschaft
ist international. Sein herzlicher Empfang gibt den Ausschlag, wir bleiben,
und seine Freundlichkeit macht den Abschied am nächsten Morgen schwer.
Sven hat seinen kleinen Campingplatz unter hohen, grünen Tannen eingerichtet.
Außer einem großzügig spendenden Wasserhahn gibt es auch
Duschen und ein kleinen Lebensmittelladen mit Trinkhalle (2). An den Wochenenden
macht er ein großes Feuer, dann sitzen alle drum herum, reden, singen
und lachen bis spät in die Nacht.
Wir
vertreten uns etwas die Beine im Wald. Die Anzahl der Pilze pro Quadratmeter
ist beeindruckend. Zwar viele schöne, aber giftige Knollenblätterpilze,
doch auch ein Steinpilz von beachtlicher Größe. Ein echter
Rekord. Die Dunkelheit bricht herein und ich kann keine Pilze mehr erkennen.
Der Steinpilz verströmt jedoch seinen Duft so lange in Kombüse
bis er zu einem Omelett verarbeitet wird.... Wie man sich gut vorstellen
kann, wurde es noch ein langer Abend mit Geschichten, die man sich normalerweise
nur am Kaminfeuer ausdenken kann. Auch die Räucherfische waren vorzüglich.
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1) Schleuse von Barkow
2) Wasserwander-Rastplatz in Kuppentin (03 87 32/22 706)
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