Mecklenburg
JF Macaigne

       
 

Freitag

Unser letzter Tag auf dem Schiff geht wirklich viel zu schnell zu Ende. Wir verlassen Sven mit Bedauern und kehren in die Zivilisation zurück, d.h. bei der Schleuse von Bobzin. Ein Ungetüm! Sieben Meter tief (das entspricht drei Stockwerken - da fühlt man sich sehr klein) und ein Fassungsvermögen von drei Millionen Liter Wasser. Wie uns der Schleusenwärter im perfekten Englisch erklärt, ist es die größte und bei weitem die schnellste auf unserer Strecke.
In Lübz wollen wir einige Einkäufe machen, um bis zum nächsten Tag durchzuhalten. Es ist ein kleines, reizendes und ruhiges Städtchen, wo das Leben gemächlich zwischen Bäumen und Blumengärten verläuft. Es ist gerade Markttag, aber aufgrund des bereits fortgeschrittenen Vormittags beeilen wir uns. Wir kaufen einige Kuchen und da es hier ein Land der Ziegen ist (sprich der Ziegenkäse - daran erinnert die Ziegenstatue neben dem Bürgersteig) bleibt uns die Qual der Wahl.

- Besuchen Sie Lübz -

In der Schleuse sind wir die Stars, da wir den Vorgang nun bestens beherrschen. Wie stets, hat die Penichette überall Erfolgt. Ihre sympathische Gestalt begeistert und die typische Form weckt anheimelnde Gefühle. Irgendwie begeistert sich wohl jeder für die ehemaligen, holländischen Lastkähne.
Weiter geht's unter einem blauen Himmel mit kleinen weißen Wolken. Strahlend wie auf einem Computerbildschirm mit Windows... Wir müssen an diesem Abend in Matzlow ankommen, um am nächsten Morgen das Hausboot zurückzugeben. Gleich nach Neuburg, genau gesagt bei km 79, können auch Sie, sofern sie dort vorbeikommen, zum Mittagessen anhalten. Grüßen Sie dann bitte ganz herzlich von uns....

Nach der kleinen Fähre von Slate, die den Einwohnern die Kanalüberquerung ermöglicht und ihnen den Umweg über die mehr als einen Kilometer entfernte Brücke erspart, erreichen wir Parchim (ausgesprochen Parkim). Der mächtige, viereckige Turm der Marienkirche überragt den Ort und… die Schleuse.

 

Diese bietet gleich zwei unvergessliche Attraktionen, sie ist automatisch und funktioniert nach dem Prinzip der Guillotine. Wir ziehen beim Einfahren die Köpfe ein (wie alle echten Gallier haben wir Angst, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt, ganz zu schweigen vom Fallbeil, bei Teutatis!). Wir manövrieren besonders vorsichtig. Na ja nicht ganz, man soll ja nichts übertreiben.

 

Unsere Reise geht ihrem Ende zu, aber es gibt immer noch was zum Staunen, wie das Indianerzelt auf einem Campingplatz bei Matzlow oder das olympische Schwimmbad gleich neben der Schleuse (wo früher die Schwimmerinnen des ehemaligen Ostdeutschland trainierten). Manches ist doch recht überraschend...
Wir fahren leise in den Liegehafen von Matzlow ein, Endstation. Die Sonne geht schlafen und wir werden es ihr bald nachtun (nach dem Abendessen versteht sich (3). Morgen bringt uns der Zug (4) nach Berlin, wo wir den Tag und den Abend verbringen wollen.... Auf Wiedersehen!

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3) Auf dem Menüplan stand der hervorragende Pflaumenkuchen (mit den in Strasen gepflückten Pflaumen)
4) Ab Ludwigslust gibt es Direktzüge nach Berlin

 
   
Text & Fotos :JF Macaigne