Wochenende ab Untergöhren – Europagipfel mal anders


„LEINEN und Landstromkabel LOS!“ - Das erste unserer insgesamt 5 Hausboote verlässt elegant den Hafen in Untergöhren und gleitet auf den weiten Fleesensee hinaus. Nicht irgendwie und querbeet, sondern über den korrekten Zugang: die breite Fahrrinne ist durch grüne und rote Bojen gekennzeichnet. Ein kurzer Blick auf die Gewässerkarte und schon sind auch wir in der richtigen Spur, die Fahrt in Richtung Plau kann beginnen.

Für diesen speziellen Anlass, nämlich eine Vorstellung der Boote und die Demonstration der erfolgten Winterarbeiten auf den Hausbooten von Locaboat, sind Interessierte aus Süddeutschland, Dänemark, der Schweiz und Polen zusammengekommen – ein wahres Europatreffen also.

Die Europa 700 wurde speziell für dieses Wochenende von ihrem eigentlichen Stammhafen Fürstenberg nach Untergöhren gebracht. Und so trifft hier nun nicht nur ein anspruchsvoller und erfahrener Kreis an Freizeitkapitänen, sondern auch eine Auswahl edelster Boote zusammen: Zwei Modelle der Europa 400, eine Europa 600, eine Pénichette® 1180FB und eine der luxuriösen und wirklich außergewöhnlichen Europas 700 machen sich zusammen auf den Weg.

Erster Halt ist in Malchow, direkt vor der historischen Drehbrücke im Stadtzentrum. Da die Brücke nur jede volle Stunde für Boote öffnet, ist dies eine willkommene Gelegenheit für ein kleines Bankett an Bord, welches sich jedoch immer mehr zum Festschmaus ausweitet.

Die Flying Bridges dreier Europas reichen zwar sitzplatztechnisch für unsere 19 Personen aus, kaum jedoch für all die Leckereien, die wir gestern in einem der Supermärkte von Malchow erstanden haben. Dort wurden wir mit unseren zwei großzügig gefüllten Einkaufswagen zum Zentrum der Aufmerksamkeit der Malchower, die begierig wissen wollten, wo die Party denn steigen würde.

Viel zu schnell schlägt es zur vollen Stunde. Wir, die jedoch noch mitten am Kauen und Genießen sind, und unseren zentralen Standort sehr schätzen, verlängern gern um eine weitere Stunde, und machen uns lieber noch einmal auf, um das schöne Städtchen Malchow genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein erster Impuls lässt uns nach rechts abbiegen und bringt uns somit durch den auf der Insel gelegenen Stadtkern, zuerst zum DDR-Museum, in dem ein paar Postkarten mit nostalgischem Sandmännchen-Motiv erstanden werden, dann zur backsteingothischen Kirche hinauf.

Natürlich wollen wir uns aber auch die bekannte Klosteranlage mit dem 53 m hohen Glockenturm nicht entgehen lassen. Und so drehen wir ab, und spazieren wieder zurück und über die Drehbrücke, am Rathaus und schönen Häusern vorbei, um das sich derzeit in der Renovierung befindende Kloster aus dem 13. Jahrhundert herum. Da wir uns, mit so vielen Leuten unterwegs, natürlich an die allgemeine Planung halten müssen, reicht die Zeit weder für einen Besuch des dortigen Kulturzentrums, noch des nebenan liegenden Orgelmuseums, aber vielleicht bei einem nächsten Besuch, denn wir kommen bestimmt wieder!

Nun aber zurück zu unseren Booten, die Brücke öffnet gleich, und den Termin wollen wir diesmal nicht verpassen. Der Schleusenwärter in seiner grell orangefarbenen Jacke ist nicht zu übersehen, grüßt freundlich, hält einen kurzen Schnack und streckt uns einladend eine Art Kescher entgegen, so dass wir uns die Gelegenheit für ein kleines Trinkgeld nicht entgehen lassen wollen. (Anmerkung: in Deutschland gibt es keine offiziellen Gebühren für die Benutzung der Wasserwege und Schleusen).

Bei der Durchfahrt werden wir unweigerlich ein weiteres Mal Mittelpunkt der örtlichen Aufmerksamkeit, denn schließlich stoppt hier für eine Weile der Fuß- und Autoverkehr für uns. Gleich hinter der Drehbrücke fällt unser Blick auf den Stadthafen von Malchow, in dem es – mit direktem Blick auf die Klosteranlage – sicherlich auch gemütlich zugegangen wäre.

Wir aber fahren nun weiter, denn schließlich wollen wir die nächste Nacht in Plau verbringen, und haben dort schon eine Verabredung mit dem Restaurant „Fischerhaus“, welches einen sehr guten Ruf genießt. Ob es allerdings an den vorherigen Abend im „Strandhaus“ direkt am Locaboat Liegehafen heranreichen kann ist noch fraglich. Denn dass die Qualität des Essens und die Aufmerksamkeit und gute Laune der Kellner top und kaum zu übertreffen waren, das war die Ansicht von immerhin vier Nationalitäten.

An diversen Gartenlokalen mit Anlegern und dem Lenzer Hafen vorbei fahren wir schließlich auf den Plauer See, wieder ist die Fahrrinne großzügig gekennzeichnet. In der Marina Plau am See machen wir fest, entscheiden uns für einen Bummel durch das Städtchen und die nachfolgende direkte Einkehr in das Restaurant. Von der Schönheit Plaus, den außergewöhnlichen Villen und Bauten, der Erhaltung der ursprünglichen Stadtarchitektur, der Stille und üppigen sind wir begeistert.

Die Weiterfahrt mit dem Boot hätte uns direkt durch die schöne Stadt geführt, Einkehrmöglichkeiten links und rechts, doch wir sind ja mit Plau bereits am Endpunkt unseres Kurztrips angelangt. Da zudem der Magen zu knurren beginnt, machen wir uns auf zum „Fischerhaus“.

Das urige Innere des Restaurants strahlt eine angenehme Gemütlichkeit aus, die Bedienung gewährt uns sogleich ihre Aufmerksamkeit und die Wahl zwischen Wild- und Fischspezialität fällt gar nicht so leicht. Spargelcremesuppe mit Croutons als Vorspeise und Mecklenburger Grütze als Nachspeise.. hmm… einfach lecker! Während der erste Abend noch heiter an Bord bis nach Mitternacht andauerte, fallen an diesem Abend alle Teilnehmer müde und zufrieden in ihre Betten. Die frische Luft, zusammen mit dem kühlen Wind des Tages, rufen zum kollektiven Tiefschlaf auf.

Am nächsten Morgen treffen wir uns zum Frühstück auf drei Booten, genießen jedoch nicht zu lange, denn heute Nachmittag soll es rauer werden. Die Überquerung des Plauer Sees ist nur bis Beaufort 3 erlaubt. Da wir unsere Experten mit an Bord haben, und sowieso mittags zurück sein wollen, machen wir uns einfach gleich um 9 Uhr an die Abfahrt, die Morgen- und Abendstunden sind bekanntlich friedlicher. Im Normalfall geschieht die Überquerung der Seen nach erfolgter Rücksprache mit dem Liegehafen in Untergöhren und einer Anmeldung.

Rechtzeitig ist die Fahrt über den See abgeschlossen, nun kommt hier spürbar der Wind auf. Auf den nächsten Metern merken wir davon wiederum fast nichts mehr, denn wir durchfahren noch einmal ein sehr bewaldetes und geschütztes Gebiet.

Mit der Fahrt auf den Fleesensee sehen wir jedoch wie sich nun erste Schaumkronen bilden, unser Boot stampft leicht auf den Wellen auf, wir schunkeln nach links und rechts. Die Pénichette, die sonst vorwiegend auf ruhigen französischen Kanälen und Flüssen unterwegs ist, erleben wir hier in einem ganz anderen Aktionsfeld, sie macht sich gut. Das Nordseefeeling scheint ihr zu gefallen.

Auch uns gefällt die steife Brise, wir fühlen uns mehr und mehr wie echte Seebären auf dem offenen Meer. Für einige der Hausbootfahrer eine völlig neue Erfahrung – eine durchaus frische und schöne!

Zurück im Hafen Untergöhren kann es dann auch gern beginnen zu regnen, echte Seebären kann das nicht aus der Fassung bringen.

Tipp: wer wirklich einmal von Wind, Wellen oder Regen verweht werden sollte, der findet im Land Fleesensee paradiesische Bedingungen für Entspannung und Wellness vor, mehr Infos unter www.fleesensee.de/wellness.html

Restaurants:
„Strandhaus“, Am Busch 9, Göhren-Lebbin (direkt am Locaboat Liegehafen in Untergöhren) Tel: 039932 4867017. Bei gutem Wetter ist die 200 m entfernte legerere „Strandbar“ geöffnet.

„Fischerhaus“, An der Metow 12 -16, Plau am See, Tel: 038735 8390

Hausbootverleih

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Locaboat Miet-Hausbooten an Müritz und Mecklenburger Seenplatte

Locaboat Plaisance GmbH

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Tel.: +49 (0)761 207 37 0
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