Alle Geheimnisse der neuen Pénichette Evolution®

2018 erweitert Locaboat seine Flotte mit der Einführung eines neuen Bootes, der Pénichette Evolution®. Eine innovative, moderne Pénichette®, die bis in den letzten Winkel durchdacht ist, um allen Ihren Wünschen und Erwartungen gerecht zu werden. Ein Modell, das in einer der schönsten Werften Europas gebaut wurde. Ophélie Barrière, stellvertretende Generaldirektorin, und Florence Menguy, Betriebsleiterin bei Locaboat geben uns einen Rückblick auf dieses fantastische Abenteuer.

Wie ist das Projekt entstanden?

Ophélie: In unserem Tätigkeitsbereich müssen wir unsere Boote regelmäßig erneuern, um uns an die neuen Anforderungen unserer Kunden anzupassen und Neukunden zu überzeugen, den Schritt zu wagen und unsere Art des Urlaubs auszuprobieren.

Florence: Man muss auch bedenken: ein Boot entsteht und funktioniert. Nach 20 Jahren trennt man sich und ersetzt es durch ein neueres, moderneres Modell.

Ophélie: Von Anfang an hatten wir uns ein ziemlich hohes Ziel gesetzt und wir sagten uns: „Wir müssen ein Boot erfinden, das es uns ermöglicht, unsere Art des Urlaubs zu fördern und Menschen zu begeistern, die diese Form des Tourismus nicht kennen“. Wir wollten uns in Neulinge hineinversetzen. Wir haben uns schnell das Ziel gesetzt, innovativ zu sein, mit dem zentralen Anliegen, unseren Kunden das Leben leichter zu machen.

Wie sah die Vorarbeit aus?

Ophélie: Im Team haben wir über die Bedürfnisse unserer Kunden nachgedacht. Wir haben eine 40-jährige Erfahrung in diesem Bereich und jedes Jahr erhalten wir über 3000 Fragebögen, die unsere Kunden nach der Rückkehr von ihrem Hausbooturlaub ausfüllen. Wir haben uns von allen Informationen unserer Kunden inspirieren lassen und uns in diejenigen hineinversetzt, die noch nie ein bootsführerscheinfreies Boot gesteuert haben. Das Ziel war vor allem zu verstehen, welche Hemmnisse es gibt.

Ophélie: Wie haben Sie die Werft ausgewählt?

Florence: Das Projekt ist aus der Begegnung von Linssen und Locaboat entstanden. Linssen ist eine niederländische Werft, die seit 60 Jahren besteht. Linssen hat einen ausgezeichneten Ruf und erhält viel Bewunderung im Bereich der Flussschifffahrt. Kurz, es ist ein bisschen wie der Rolls Royce der Flussboote. Linssen ist auf Locaboat zugekommen, da man dort neue Flussboottypen entwickeln wollte und dachte, dass Locaboat ein guter Partner für neue Projekte sein könnte.

Ophélie: Unsere beiden Unternehmen haben in Bezug auf Unternehmenskultur, -größe und -werte viel gemeinsam. Wir legen zum Beispiel den gleichen Wert auf Qualität, auf Liebe zum Detail, und wie wir ist Linssen ein Unternehmen mit Familiensinn. Wir haben uns schnell mit ihnen wohlgefühlt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Kooperation aus dem gemeinsamen Wunsch entstanden ist, zusammen an einem Projekt zu arbeiten.

Wo wurde das Boot gebaut?

Ophélie: Bei Linssen in Maasbracht im Süden der Niederlande an der Maas.

Welches waren die ersten Etappen des Projektstarts, nachdem die Werft ausgewählt war?

Florence: Wir haben ein Lastenheft zusammengestellt, indem wir alle Prioritäten unserer Kunden aufgelistet haben wie Komfort, Sicherheit und Manövrierfähigkeit. Zum Beispiel wünschen sich heute die meisten Kunden, an Bord uneingeschränkt über Strom verfügen zu können. Es ist auch wichtig, dass die Nutzung ebenso wie die Wartung des Bootes über mehrere Jahre so einfach wie möglich ist. Es ist eine Mischung aus technischen und praktischen Anforderungen.

Ophélie: Wir haben eng zusammengearbeitet, wobei es einen häufigen Austausch gab, um die Ziele, denen das Boot entsprechen sollte, gut zu erklären und dabei von ihrer großen Erfahrung zu profitieren.

Wer hat das Boot entworfen?

Florence: Die Linssen Werft hat ihren eigenen „Professor Nimbus“, wenn ich das so sagen darf. Er ist der Sohn des Gründers. Er hat die ersten Skizzen für uns angefertigt, anschließend wurde diskutiert. Wir haben viel überlegt: „Sieht das aus wie eine Pénichette®?“, „Das Boot muss runder werden“, „Die Nase muss angehoben werden“. Es gab wirklich viel hin und her.

Wie verlief die erste Entdeckung mit dem Boot?

Ophélie: Wir sind schnell von Zeichnungen zu einem Modell in voller Größe übergegangen. Alle 2-3 Monate hatten wir lange Sitzungen. Schnell hieß es: „Sie müssen wiederkommen, denn wir müssen Ihnen etwas zeigen. Sie können die Bootsmodelle in 3D sehen“. Wir erwarteten ein Modell in verkleinertem Maßstab, wie es traditionell angefertigt wird, oder bestenfalls ein Computermodell.

Florence: Wir gingen davon aus, dass wir ein Modell auf einem Tisch sehen, das wir mit der Lupe betrachten würden.

Ophélie: Stattdessen hatten sie ein Modell aus Stahl in tatsächlicher Größe mit einer Länge von 9 m angefertigt, in dem man sich bewegen konnte. Das war sehr überraschend.

Florence: Innen waren alle Möbel aus Polystyrol angefertigt, die Trennwände waren aus Pappe nachgebaut. Das war ein wirklich eindrucksvoller Augenblick.

Ophélie: Dann gab es zahlreiche Durchläufe. Verschiedene Ansichten mussten diskutiert werden: die des Ingenieurs, die des Schiffbauers, die des Unternehmers, und die Wichtigste, die des Kunden. Das Ziel ist es natürlich, zusammen das bestmögliche Produkt anzustreben. Dieses Produkt ist immer das Ergebnis eines Kompromisses. Wir haben hart gearbeitet, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Vom Modell zu Beginn, dann auf dem Wasser, um echte Tests durchzuführen, und schließlich mit unseren Kunden, die an Bord gegangen sind und von denen wir noch enorm viel gelernt haben. Viele Verbesserungen wurden nach den Prototypentests mit unseren anspruchsvollsten Kunden vorgenommen.

Gibt es viele unterschiedliche Berufe, die beim Bau einer Pénichette® eine Rolle spielen?

Florence: Ja, natürlich! Da sind die ganzen Leute, die den Stahl bearbeiten, schweißen und löten. Dann kommen die Installateure, Tischler, Sattler, Maler und Mechaniker.

Ist es eindrucksvoll zu beobachten, wie diese Pénichette® nach und nach entsteht?

Ophélie: Ja, weil wir ein Boot bauen, das über 20 Jahre lang über Kanäle und Flüsse fahren wird. Da steht man schon unter Druck!

Wie viel Zeit hat dieses Projekt in Anspruch genommen?

Florence: Wir haben uns Zeit genommen. Fast 3 Jahre.

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